mein teuflisches rotes

Zahnfée L’Aura blanc

Ich nehme gern den letzten Termin in meiner Zahnarztpraxis am Tage. Jeweils an einen Wochentag ist die Praxis meines Vertrauens bis 20 Uhr für ihre Patienten geöffnet, was für mich ideal ist, da ich selber meist sehr lang arbeiten muss. So habe ich heute den Behandlungstermin für meine halbjährliche Zahnreinigung um halb Acht. Es ist dann auch nicht mehr so viel Betrieb in der Praxis, was einen Besuch natürlich angenehmer gestalten lässt. Nach der Anmeldung darf ich sogleich schon im Behandlungszimmer Platz nehmen.

Figurbetont enganliegende weiße Hose und ein berry-farbenes ebenfalls weibliche Formen zeichnendes Casaque. Weiße Spitze sticht ein wenig aus dem dezent geöffneten Dekolleté hervor. Ihr Po setzt knackig anmutende Kurven, der weiße Stoff wirkt leicht transparent. Es zeichnet sich kein Abdruck eines Höschens. Entweder trägt sie keins oder ein durch beide Gesäßhälften einschneidenden String.

So checke ich sie hinterrücks ab – als sie leichtfüßig elegant den Raum betritt, mich freudig „Hallo“ sagend anlächelt, um mich herum geht, und auf diesem Wege die Anrichte mit den Utensilien und zahnmedizinischen Hilfsmitteln anvisiert.

„Ist das halbe Jahr schon wieder rum? Wie schnell doch die Zeit vergeht?, fragt sie rhetorisch, ohne wohl wirklich eine Antwort zu erwarten. Trotzdem erwidere ich: „Ein regelmäßiger Check-Up ist doch in beiderseitigem Einvernehmen sehr zum Vorteil!“

Sie blickt sich um und grinst mir unbedarft schelmisch zu. Ihr Mund öffnet sich leicht. Ihre Augen scheinen dabei in Vorfreude ihrer jetzt gleich anstehenden Tätigkeiten zu funkeln.

Sie tritt seitlich an den Behandlungsstuhl heran, fährt diesen in eine horizontale Position und bittet mich zu entspannen. „Hast du irgendwelche Beschwerden, etwas Auffälliges?, fragt sie mich.
„Bis auf den obligatorisch immer wiederkehrenden Druck am Fuße der dir bekannten Wurzel – nein ansonsten nicht!“, antworte ich.
„Sehr gut, diesen dringlichen Zustand kennen wir ja, das Problem bekommen wir doch sogleich wortwörtlich in den Griff! Nach meiner prophylaktischen Behandlung wirst du Erleichterung verspüren. Werde wie auch die letzten Male sehr behutsam und einfühlsam operieren, sodass der angestaute Schmerz sich umgehend in Luft auflöst.“

Während ich noch in die für mich bequeme Liegeposition gefahren werde, schlupfen ihre zierlichen Hände in die lilafarbenen Latex-Handschuhe hinein. Nach und nach in demonstrativ vorspielender Art und Weise streift sie nacheinander das anschmiegsame Latex um ihre einzelnen Finger glatt.

„Bereit für die Behandlung? Dann lass uns die quälend drückende Partie begutachten“, bereitet sie mich nun auf den folgenden Eingriff vor. „Mach‘ doch schon mal auf, um an die Wurzel allen Übels heranzukommen, damit ich mir einen ersten Eindruck der Größe des schmerzschwellenden Delinquenten verschaffen kann.“

Sie umstreicht das Mundoval zärtlich mit ihrem Finger und trägt somit ein leichten Film Vaseline auf die Lippen auf. So ist es geschmeidiger, verhindert das Einreißen des Gewebes und mildert die intensive Beanspruchung ab. So hat sie mir es vorab beim der ersten Aufklärungsgespräch erläutert.

Ohne zu antworten, befolge ich ihre Ansage, öffne meine zu erforschende Höhle und schließe meine Augen, während ich noch deutlich im Geiste vor selbigen die nun glänzend rosigen Lippen habe.

„Das sieht doch alles sehr gut aus, fürsorglich gepflegt und bestens herausgeputzt. So macht die prophylaktische Untersuchung Spaß!“, freut sie sich. „Was muss ich da sehen? Welch’ emporragend steiler Zahn sich mir entgegen stellt! Dieser Bedarf wieder einmal besondere Fürsorge, aber keine Angst, die Behandlung wird nicht so schmerzvoll sein – nur ein wenig“, frohlockt sie mit gewiss fachkompetenter Leidenschaft in ihrer Stimme … während sie die ersten Fingergriffe unternimmt, um die Gegebenheiten abzutasten. Dabei geht sie langsam und sehr behutsam vor. Stelle für Stelle wird in Augenschein genommen und ganz genau getastet. Die Kompression erhöht sich, sie reizt förmlich mit Reiben an den Taschen und weiterem Vortasten die Situation aus. Diese sorgfältige Vorprüfung braucht immer gern einige Minuten.

Glasierender Schmelz zeigt sich und überzieht die Krone. „Bin sehr zufrieden mit der Schmelzbildung. Gesund und kraftstrotzend ist der ausgewachsene Zahn. Und so stark verwurzelt im Kern. Bin wieder einmal äußerst entzückt über deine hervorragende Mitarbeit. Du besitzt ein genetisch beständiges Fundament und beste Konstitution!“, freut sie sich über den Zustand dieser gewissen einen Zahnwurzel.

Ich merke, wie sich nach und nach Flüssigkeit ansammelt und mich alsbald zum Gurgeln bringt. Ein kurzen Moment kann ich noch aushalten, aber lange werde ich das Übersprudeln nicht mehr zurückhalten können. Das scheint unvermeidlich.

Sie weiß natürlich, wann es soweit ist, merkt genau, wann der kommende Moment da ist, um entsprechend zu handeln.

„Zu guter Letzt muss ich das aufkommende Sekret vollends absaugen“, erklärt sie mir den nächsten und notwendigen Arbeitsschritt. Um das zu leisten, bedient sie sich als gesundheitlich verantwortungsvollen und wohlergehenden Mundschenk – und kommt warm und wohl-gesonnen so über mich. Mein Sekret fließt, ich verkrampfe mich, stöhne leise. Unter schlüpfrigen Gurgeln höre ich sie absaugen – und der Maßnahme geschuldet ihren begleitend glucksenden Atem.

Intensiv und mit voller Hingabe macht sie den Job, ihren Job. Und sie macht ihn so gut.
„Oh ja, mach es! Tue es, sauge, sauge ab, ich sprudle über!“, denke ich in stiller Vorfreude.

Ja! Alles raus – unter mehrfach Nerv treffend zerreißendem Zucken. Alles will rauslaufen …

Ausspülen ist nicht notwendig. Es bleibt nichts übrig. Reflexartig wird geschluckt. Rundherum das milchige Sekret vollmundig aufgenommen.
Abschließend wird ausgiebig die Krone mit Politur verwöhnt, das ist ein schönes Gefühl, immer der befriedigende Höhepunkt am Ende der circa dreißig minütlichen Behandlung.

„So, fertig, das hätten wir dann wieder einmal geschafft. War doch nicht so schlimm, oder?“, fragt sie, während der Behandlungsstuhl von der horizontalen Position in die aufrechte fährt.
Ich blicke in das zufriedene Gesicht meiner Zahnarzthelferin, ihre noch vaselinisiert glänzenden Lippen, sich mit einem der lilafarbenen Finger des Latex-Handschuhes über den Mundwinkel streicht und genüsslich mich anlächelt.

„Danke, nein, war nicht schlimm! Es gibt durchaus schlimmeres!“, erwidere ich und verabschiede mich ebenfalls mit einem strahlend „weiß poliertem“ Grinsen. Und wie sie mir stets versichert, eine regelmäßig eingesetzte antiseptische Mundspülung ist durchaus eine gute Ergänzung zum Erhalt einer ausgewogenen Mundflora.

„Beim Hinausgehen nicht vergessen, den nächsten Termin im halben Jahr zu vereinbaren“, ruft sie mir noch hinterher.